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Happy Birthday, i4innovation GmbH

// 01. 04. 2016

Am 1. April 2011 – also heute vor fünf Jahren – hat die i4innovation GmbH ihren Geschäftsbetrieb aufgenommen. Folgerichtig feiert sie heute ihren 5. Geburtstag.

Happy Birthday, i4innovation GmbH

"Und, wie läuft's?" ist eine Frage, die ich in den letzten Jahren viel häufiger gestellt bekommen habe, als zu den Zeiten, als ich noch angestellt war. Kurz gefasst: sehr gut. Wirtschaftlich gesehen ist alles in Ordnung. Zu unserer Geschäftsphilosophie gehört die Devise "Profit - no loss". Wir haben seit Gründung der Firma immer Gewinn gemacht und stehen nach fünf Jahren so gut da, wie nie zuvor. Und mit Audianda haben wir sogar ein eigenes Produkt am Start.

"Und, wie läuft's?" hat aber noch einen anderen, ganz wichtigen Aspekt – den der persönlichen Freiheit. Ich genieße als selbstständiger Unternehmer heute ein Maß an Freiheit wie nie zuvor. Damit ist nicht die Abwesenheit eines gewissen Grades an Arbeitsbelastung gemeint. Auch nicht die Tatsache, dass auch die i4innovation GmbH nicht am Ende des Monats Geld braucht, um die Kosten zu decken.

Nein, einfach die Tatsache, dass ich selbst entscheiden kann, was ich wann wo und wie mache. Ich entscheide, wann ich arbeite. Ich arbeite gerne spät Abends und ich tue das auch. Ich mag keine PHP-Projekte und wenn ein potentieller Kunde danach fragt, lehne ich grundsätzlich ab. Ich arbeite auf dem Schreibtisch mit einem Mac und auf dem Server mit Linux und wenn jemand Windows möchte, verweise ich dankend auf meine Mitbewerber. Ich mache Urlaub ohne einen Urlaubsantrag einreichen zu müssen. Und für eine Zigarette am Schreibtisch lassen ich mich maximal von meiner Frau kritisieren.

Das alles führt dazu, dass ich die Gründung der i4innovation GmbH für eine der besten Entscheidungen halte, die ich jemals getroffen habe. Und dass es auf die Frage "Und, wie läuft's?" jederzeit antworten würde "Sehr gut".

Zum Schluß noch ein Youtube-Tipp zum Thema "Unternehmens-Gründung". Auch wenn's Christian Linder von der FDP ist – er hat Recht.


Audianda - personalisierte Hörbücher besonders für Menschen mit Demenz

// 18. 12. 2015

Ja, ich könnte hier etwas mehr schreiben. Aber ich habe zumindest eine Ausrede für das letzte halbe Jahr …

Anfang 2015 trat in der Familie eines Bekannten ein Fall von Demenz-Erkrankung auf. Er berichtete, wie das Vorlesen von Geschichten den Erkrankten erfreute. Besonders, wenn der Vorleser die Namen der Hauptpersonen und und die Orte, an denen die Geschichte spielt, durch die tatsächlichen Namen der Verwandten und Orte, an denen die Familie etwas erlebt hat, beim Vorlesen ersetzte. Dem Zuhörer fiel es dann viel leichter, der Geschichte zu folgen und die Freude war doppelt so groß.

Fast ein ganzes Jahr und ziemlich viele unbezahlte Nächte später, haben wir heute unsere neue Webseite "Audianda" gestartet. Audianda – das sind personalisierte Hörbücher besonders für Menschen mit Demenz.

Aus zweierlei Gründen: erstes hat unser Autor (vorerst nur einer, weitere sollen folgen) Geschichten geschrieben, die besonders für Menschen mit Demenz geeignet sind. Zum zweiten haben wir eine Software entwickelt, die tatsächlich die Namen und Gegebenheiten im Hörbuch entsprechend den Angaben des Käufers anpasst. Alles zusammen haben wir in einen – hoffentlich ansprechenden und einfach zu bedienenden – Online-Shop gepackt und unter www.audianda.de ins Netz gestellt.

Falls Ihr also einen Demenz-Kranken im persönlichen Umfeld habt und noch ein Weihnachtsgeschenk sucht: www.audianda.de.

P.S.: Für die Leser dieses Blogs gibt's bis zum 15. Januar 2016 einen Rabatt von 25% auf den ersten Einkauf mit diesem Gutschein: cucw-2015


SceneKit „Interaktiv”

// 15. 06. 2015

Auf der Macoun 2014 in Frankfurt habe ich einen Vortrag über Apples SceneKit-Framework gehalten.

Hier der Video-Mitschnitt meines Vortrages:

(Externer Link auf die Macoun-Seite)

Herzlichen Dank an Chris Hauser und das Team von der Macoun für die Aufzeichnung.


Sigmar Gabriels neuer Gesetzentwurf zur Störerhaftung

// 09. 04. 2015

Das BMWI, geführt von meinem Genossen Sigmar Gabriel, schreibt auf seiner Website:

Durch die zunehmende Digitalisierung von Wirtschaft und Alltag erwarten wir heute schnellen mobilen Internetzugang immer und überall. Hierfür benötigen wir ausreichende öffentliche WLAN-Hotspots, also drahtlose lokale Funknetzwerke. Dieser Erwartung will die Bundesregierung jetzt nachkommen und so dazu beitragen, dass die enormen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Potenziale von WLAN-Funknetzen mehr und mehr ausgeschöpft werden können. In deutschen Städten soll mobiles Internet über WLAN künftig für jeden und jede verfügbar sein.

(Hervorhebung durch mich).

So weit, so gut. Ja, wäre das geil, wenn jeder, der einen DSL-Router zu Hause oder im Büro hat, dort das Häkchen "Gastzugang einrichten" anklicken würde und jedem, der draußen vorbeiläuft, eine kostenlosen und freien WLAN-Zugang ermöglichen würde.

Schon jetzt nämlich beträgt die Abdeckung mit WLANs in Gebäuden gefühlte 100%. Ich kenne persönlich niemanden, der zu Hause oder im Büro kein WLAN hat. Wenn ich durch die Stadt laufe und die Funktion "auf neue WLANs hinweisen" in meinem Handy angeschaltet ist, bekomme ich so viele Hinweise auf WLANs, dass ich mit dem Wegklicken der Hinweise gar nicht hinterher komme.

Aber der Zugang zu nahezu allen diesen WLANs ist gesperrt. Auch der zu meinem eigenen. Warum? Wegen eines Rechtskonstrukts namens Störerhaftung. Super-grob zusammengefasst läuft das darauf hinaus, dass ich als WLAN-Betreiber dafür verantwortlich bin, wenn andere mit meinem WLAN Mist bauen. Z.B. geklaute Filme aus dem Netz laden. Und da meine IP-Adresse, die hinter meinem WLAN steckt, meinem Provider bekannt ist, kann - cum grano salis - jede Aktion im Internet, die über diesen Anschluss getätigt wird, mir als Anschlussinhaber namentlich zugerechnet werden.

Das ist der Status-Quo. Und damit leben eine ganze Menge von Interessen-Gruppen sehr gut:

  1. Die Rechte-Inhaber können sich relativ sicher sein, dass nur sehr wenige Mitmenschen Filme oder Musik klauen, weil die Gefahr, erwischt zu werden ("Wir kennen deine IP-Adresse!") relativ hoch ist. Solange einzig der Anschlussinhaber einen DSL-Anschluss (über WLAN oder Netzwerk-Kabel) nutzt, ist er automatisch derjenige, der den illegalen Download gemacht hat.

  2. Es gibt immer wieder Zeitgenossen, die es trotzdem versuchen. Sie sind das ganz große Geschäftsmodell der Abmahn-Industrie. Heerscharen an dubiosen Anwälten und ebenso dubiosen Rechte-Inhabern machen das ganz große Geschäft mit Abmahnungen wegen tatsächliche oder angeblichen Rechteverletzungen. Diese Leute haben überhaupt kein Interesse an freien WLANs, weil dann ihr Geschäftsmodell wegbrechen würde.

  3. In der ganzen öffentlichen Diskussion (z.B. bei Netzpolitik.org) werden die Mobilfunk-Provider mit keiner Silbe erwähnt. Dabei müssten sie meiner Meinung nach freie WLANs am meisten fürchten. Sieht man sich nämlich die zur Zeit gängigen Mobilfunk-Tarife einmal genauer an, bemerkt man, dass die Sprach-Telefonie mehr und mehr pauschal im Tarif enthalten ist. Oder anders herum: mit Sprach-Minuten lässt sich kein Geld mehr verdienen. Einzig und allein mit mobilem Internet-Zugang (LTE, UMTS) lässt sich Kohle machen.
    Und daher differenzieren sich die einzelnen Tarife mehr und mehr über das pauschal enthaltene Kontingent an Mega- oder Giga-Byte, mit denen man mobil im Internet unterwegs sein darf. Was wäre aber, wenn es überall freie WLANs gäbe? In jeder Strasse, in jedem Laden, in jedem Cafe - überall? Niemand käme mehr auf die Idee, einen Tarif für z.B. 50 Euro im Monat zu buchen, nur um überall mobiles Internet verfügbar zu haben. Das gäbe es ja sowieso überall. Ich halte einfach mein Handy in die Luft, buche mich in das nächste freie WLAN ein und fertig.

  4. Zum guter Letzt haben wohl auch die Sicherheitsbehörden ein großes Interesse daran, dass es keine freien WLANs gibt. Solange nur Anschlussinhaber - aus Angst vor der Störerhaftung - ins Internet gehen (über ihr eigenes WLAN), so lange ist auch jeder Internet-Nutz mehr oder minder verfolgbar. Ein Traum für jeden Geheimdienstler.

Zurück zum Genossen Gabriel. Mit großem Tamtam hat er ein neues Gesetz zur Störerhaftung angekündigt. Und weil er und sein Ministerium sich offensichtlich nicht ganz sicher waren, ob das beim Wahlvolk auch so richtig ankommt, hat er gleich noch eine ausführliche FAQ hinterhergeschoben.

Und da beginne ich mich dann doch ein klitzekleines bisschen aufzuregen. Genauer gesagt verspüre ich den inneren Drang in den Gernot Hassknecht-Modus zu schalten.

Das ganze Gesetz ist in keinster Weise dazu angelegt, die Rechtssicherheit zu schaffen, die es mir und allen anderen erlauben würde, ein freies und offenes WLAN zu betreiben.

Die Liste lässt sich fortsetzen. Eine guten Überblick über die Kritikpunkte gibt es bei Freifunk e.V. und bei Netzpolitik.org.

Schade, Genosse Gabriel. Das aus einem SPD-geführten Ministerium ein solcher Gesetzentwurf kommt, enttäuscht mich sehr.


"Auch de Maizière wendet sich gegen Verschlüsselung"

// 21. 01. 2015

Der (wie immer sehr lesenswerte) Heise Newsticker meldet heute:

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat gefordert, dass deutsche Sicherheitsbehörden befugt und in die Lage versetzt werden müssen, "verschlüsselte Kommunikation zu entschlüsseln oder zu umgehen".

Soweit vermutlich nichts neues. De Maizière befindet sich damit in "guter" Gesellschaft des britischen Premierministers Cameron und des US-Präsidenten Obama. Auch diese hatte jüngst gefordert, dass Sicherheitsbeörden jegliches Nachrichten mitlesen können müssen. D.h. wirksame Verschlüsselung soll verboten werden.

Besonders interessant ist jedoch die Begründung, die unser Bundesinnenminister mitliefert:

Demnach zeigte sich de Maizière dabei überzeugt, dass die Anschlagsserie in Paris deutlich gemacht hat, dass der Kampf gegen terroristische Aktivitäten im Internet verstärkt werden muss.

Hä? "Terroristische Aktivitäten im Internet"? In welchem Internet? Soweit ich informiert bin, sind in Paris 16 Menschen von Terroristen in der Redaktion von Charlie Hebdo und in einem Supermarkt erschossen worden? Also mitnichten im Internet, sondern - mehr oder minder - auf offener Straße. Und mit ganz realen Waffen. Was ist das also für eine Argumentation? Sie wirkt um so absurder, wenn man sich ins Gedächtnis ruft, dass die Attentäter bereits "polizei-bekannt" waren und dass es in Frankreich bereits sowohl Voratsdatenspeicherung, als auch ein Verbot von Verschüsselung gibt. Haben diese Maßnahmen geholfen, die Attentate in Paris zu verhindern? Offensichtlich nicht.

Sascha Lobo liefert in Spiegel Online eine schöne Allegorie:

Es ist, als würde die Feuerwehr das Haus neben dem brennenden Haus löschen. Und weil es nicht funktioniert, fordert sie einen zusätzlichen Schlauch an und erhöht den Wasserdruck.

Nein, wir brauchen weder ein Verbot von Verschlüsselung, noch die Voratsdatenspeicherung.


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